Seitenauswahl
Suchen
Suchen

Transport

Transport, Lagerung und Handhabung

Vorgefertigte Zugglieder und insbesondere Seile unterliegen speziellen Anforderungen, die sowohl bei der Herstellung und dem Transport wie auch bei der Lagerung und Handhabung zwingend zu beachten sind.

Transport

Beim Transport von Seilen muss grundsätzlich sichergestellt werden, dass die Seile keine Beschädigungen erleiden, da diese (ohne Nachbearbeitung) zu einem verminderten Korrosionsschutz und zu einer optischen Beeinträchtigung führen. Transportiert und geliefert werden Seile in Holzkisten, ungewickelt oder gewickelt, in Ringen oder auf Haspeln aufgerollt.

Für das Verladen müssen die Seile in geeigneter Form angeschlagen werden  – sei es direkt am Seil oder über eine tragfähige Verpackungseinheit:

  • Ist die Verpackungseinheit tragfähig, schließt eine sorgfältige Handhabung der Packeinheit ohne deren Beschädigung einen Schaden an den Seilen aus.
  • Sind die Seile in Ringe gewickelt und lagern liegend auf Kanthölzern, müssen sie mit mindestens drei Rundschlingen angeschlagen werden, die im Winkel von 120º zueinander versetzt sind. Ketten, Drahtseilgehänge und ähnliche Lastaufnahmemittel dürfen nicht an den Zuggliedern angeschlagen werden.


Für die Versendung auf See sind besondere Vorschriften an eine seewasserfeste Verpackung zu beachten.

Lagerung

Verzinkte Seile und Bauteile sollten – unter Beachtung einer ausreichenden Belüftung – trocken und schmutzfrei gelagert werden. Auf folgende Bedingungen ist zu achten:

  • Schutz der Teile vor Anfahrschäden
  • Umgebungsluft frei von Schleif- und Schneidstaub korrosiver Stähle
  • Keine Lagerung der Seile im Wasser liegend
  • Schutz der Seile gegen Aufdrehen, Verrutschen oder Verdrehen


Handhabung

Die fachgerechte Handhabung der Seile ist auf allen Stufen des Montageablaufs sicherzustellen. Für den Einbau werden die Seile je nach Lieferform direkt aufgenommen oder sie sind zuvor auf- bzw. abzuwickeln. Beim Umgang mit Seilen ist grundsätzlich darauf zu achten, dass keinerlei Beschädigungen am Sei  entstehen. Erwärmen, Beschleifen oder Schneiden der vorgefertigten Zuggliede  auf der Baustelle ist unzulässig.

Wichtige Handhabungsempfehlungen:

  • für Seile, die ungewickelt in Holzkisten oder befestigt auf einem Holzbrett geliefert werden:
    Die Seile werden direkt aus der Transporteinrichtung angeschlagen und zum Einbauort gebracht. Bei der Aufnahme ist darauf zu achten, dass die Seile nicht geknickt werden. Der maximale Biegeradius darf 15x Seildurchmesser nicht unterschreiten.
  • für Seile, die auf Haspeln geliefert werden:
    Die Seile werden entweder direkt von der Haspel abgerollt oder diese wird in eine Abrollvorrichtung aufgenommen und das Seil anschließend abgezogen. Auch hierbei darf der Umlenkradius 15x Seildurchmesser nicht unterschreiten.
  • für Seile, die in Seilringen geliefert werden:
    Zum Abwickeln wird ein Drehteller verwendet. Für den Abwickelvorgang wird das Seil vom Drehteller gezogen und gleichzeitig der Drehteller in Umfangsrichtung angetrieben. Ein Abziehen der Seile mit einem Kran darf nur unter Berücksichtigung der zulässigen Biegeradien (größer 15x Seildurchmesser) erfolgen.


Werden die Seile waagerecht eingebaut, ist eine Spreize oder Hubtraverse einzusetzen.

Auslegen von VVS-Seilen mit fahrbarer Haspelbühne, hier Zugring des National Stadium Main Bowl Complex, Abuja.

Einbau der Seile

Beim Einbau dürfen die Seile nicht über den Boden oder scharfe Kanten gezogen werden. In der Praxis haben sich speziell entwickelte Rollenstationen für das Bewegen von Seilen auf glatten Flächen bewährt.

ACHTUNG!
Seile dürfen beim Einbau in das Bauwerk auf keinen Fall um ihre Rotationsachse verdreht werden. Durch eine Verdrehung um die Längsachse kann die Tragfähigkeit eines Seiles in hohem Maße reduziert werden.

Die Montage des Ringseilknotens erfolgt immer manuell, hier Einlegen und Ausrichten von Verbindungselementen im National Stadium Main Bowl Complex, Abuja.

Vorspannen von Seilen

Das Vorspannen der Seile erfolgt direkt über das Seil oder die Anbauteile an den Endbeschlägen. Werden die Seile direkt für das Vorspannen verwendet, kommen speziell entwickelte Klemmen zum Einsatz. Über das vorgegebene Drehmoment der Klemmenschrauben werden die Klemmkräfte bestimmt. Um Beschädigungen an den Einzeldrähten der Seile auszuschließen dürfen die vorgegebenen Klemmkräfte nicht überschritten werden.

In der Regel ist eine Dokumentation der Vorspannkräfte gefordert. Die Messung erfolgt über ein Seilspannungsmessgerät mit einer während der Durchführungsplanung erstellten Seilmesskurve oder über eine hydraulische Spannvorrichtung.

Nach dem Vorspannen der Seile müssen die Abbunddrähte, die das Seil im ungespannten Zustand vor dem Aufspringen des Drahtverbandes schützen, zwingend entfernt werden.