Bautechnik:
CE-Kennzeichnung auf Transportanker
Wie kommt ein CE-Zeichen auf einen Transportanker und was bedeutet...


Als eines der fünf neu gebauten Stadien für die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika ist das Moses Mabhida Stadion in Durban sicherlich das mit der spektakulärsten Wirkung. Der imposante Stadionkörper wird überspannt mit einem unkonventionellen Dach, bestehend aus einem Stahlbogen, der durch das Seiltragwerk mit Membraneindeckung stabilisiert wird. Der Bogen überspannt leicht und doch dominierend das Spielfeld.
PFEIFER war verantwortlich für die Erstellung des gesamten Dachtragwerks . Die in dieser Art für ein weitgespanntes Dachtragwerk ungewöhnliche Kombination von Stahlbaustruktur und leichtem Seilnetz hat sowohl die Tragwerksplaner und Fertigungsingenieure als auch die Montage-Fachkräfte von PFEIFER vor zahlreiche zu bewältigende Extremanforderungen gestellt. Zu Recht kann dieses Bauwerk als eines der anspruchsvollsten derzeit erstellten Stahlbauwerke bezeichnet werden.
2.1 Übersicht in Zahlen
Das Moses Mabhida Stadion wird zur Fußball-Weltmeisterschaft 75.000 Zuschauern auf drei Rängen Platz bieten. Nach den Spielen 2010 kann die Kapazität durch temporäre Sitze zwischen 50.000 und 75.000 Plätzen variiert werden. Den Zuschauern bieten sich 10.000 Stellplätze in einem angeschlossenen Parkhaus. Der VIP-Bereich mit Foyer und VIP-Club umfasst 150 Logen. Der gesamte Stadion-Komplex wurde vorrangig in Ortbeton-Bauweise mit 80.000 m3 Stahlbeton erstellt.
Das Stadiondach in Zahlen:
| Überdachte Fläche: | 42.000 m2 |
| Umfang des Druckrings: | 830 m |
| Spannweite des Bogens: | 350 m |
| Bogen: | 2.700 Tonnen Stahl |
| Temporäre Konstruktionen: | 1.200 Tonnen Stahl |
| Druckring: | 2.800 Tonnen Stahl |
| Seilstruktur: | 18.000 m Seile, 150 Tonnen Gussteile |
| Membrane: | 48.000 m2 PTFE-Glasfaser |
| Verkleidungen: | 10.000 m2 Aluminium-Sandwichbleche |
Das Dach des Moses Mabhida Stadions ist eine atypische Stahl-Seilstruktur. Das prägnanteste Element, der Bogen, ist in Bogenquerrichtung nicht freitragend und muss durch das Seiltragwerk stabilisiert werden. Dabei wirkt das Seiltragwerk mit integriertem Stahldruckring am Außenrand wie ein Radspeichen-System.
Der Druckring entspricht hierbei der „Felge“, die radial angeordneten Seile dienen als Speichen und die ringförmig angeordneten Seile stellen die „Nabe“ dar. Diese Radspeichen-Systeme, die bei Stadienüberdachungen häufig zum Einsatz kommen, sind hoch vorgespannt und grundsätzlich selbstständig tragfähig.
In diesem besonderen Einsatzfall im Moses Mabhida Stadion wird das Seiltragwerk zusätzlich am Bogen aufgehängt, um den Bogen zu stabilisieren. Durch die Abhängung nach oben zum Bogen sowie durch speziell für dieses Tragwerk eingesetzte vordere Gratseile wurde auch die Auffächerung der Radialseile geschaffen. Diese war für den Membranbau erforderlich, um die Membranflächen durch die entstandenen Hoch-Tiefseile tragfähig zu gestalten und die Dachfläche entwässern zu können.
Die äußerst komplizierte Montage des Stahlbogens begann im April 2008 mit dem Heben der ersten 4 Elemente am „Spliced Arch“, der zweigeteilten Bogenhälfte, über das Stadion. Schon dieser Hub war mit 200 t Einzelgewicht eine große Herausforderung. Das Einstellen der Geometrie dieser 4 Elemente war die Grundlage für die gute Paßgenauigkeit beim letzten Element.
Bei der weiteren Montage wurde nichts dem Zufall überlassen und nach dem Anhängen jedes weiteren Elementes (insgesamt 56 Elemente und 6 Rungen) die Geometrie über Vermessung in einem 3 D-CAD-System ausgewertet und notwendige Korrekturen veranlasst. Wichtiges Montagehilfsmittel waren 3 temporäre Stahltürme, die nach Fertigstellung des Stahlbogens wieder abgebaut wurden.
Der Bogen ist eine so filigrane Konstruktion, dass bestimmte Montageabschnitte nur unter geringem Wind stattfinden konnten. Insbesondere die Montage der Elemente nach den drei Hilfstürmen war sehr schwierig, da immer wieder auf bestimmte „Windfenster“ geachtet werden musste. Die Windvorhersage musste mit einer 99% -igen Wahrscheinlichkeit eine Windgeschwindigkeit von unter 10 m/s ergeben, bevor der Startschuss für die relevanten Schritte erfolgte. Da das Stadion nur etwa 500 m vom indischen Ozean entfernt liegt, sind die Verhältnisse entsprechend schwierig und es mussten immer wieder Wartezeiten eingelegt werden. Der Schlussstein des 2.700 t schweren Stahlbogens wurde schließlich am 13. Januar 2009 um 15.45 Uhr Ortszeit eingesetzt – und er hat exakt gepasst.
Der Bogen ist über Treppenaufstiege von allen Seiten begehbar und kann mit einer Kabinenbahn von Norden her befahren werden. Endstation ist eine Aussichtsplattform mit Glaseinhausung auf dem Zenit des Bogens.

Mit dem Dach zum Moses Mabhida Stadion in Durban ist ein großartiges Bauwerk entstanden, welches dem Bauherren, der Ethekwini Municipality, noch lange nach den Spielen zur Weltmeisterschaft 2010 einen Publikumsmagneten garantiert. Das Dach wurde bereits 2009 mit dem südafrikanischen Stahlbau-Preis ausgezeichnet.
Mit der zuverlässigen Ausführung des Daches in Durban hat sich PFEIFER auch als Generalunternehmer für die Erstellung anspruchvollster Sonderbauwerke einen Namen gemacht. Leichte, weitgespannte Seilstrukturen werden weiterhin im Rahmen zukünftiger Sportwettbewerbe und -spiele auf der ganzen Welt gefragt sein. Dabei tendieren Bauherren und Betreiber mehr und mehr zu Sonderlösungen in der Architektur und im Bereich der Tragwerke, um sich von anderen Veranstaltungsstätten abzuheben. Dies ist in Durban in herausragender Weise gelungen.
Bauherr: Ethekwini Municipality, Durban, Südafrika
Generalunternehmer: WBHO / Group 5 / Pandev Joint Venture, Durban, Südafrika
Generalunternehmer Dach: Pfeifer Seil- und Hebetechnik GmbH, Memmingen, Deutschland
Planung: gmp Architekten – von Gerkan, Marg und Partner, Hamburg, Deutschland
Ingenieur: sbp gmbh Schlaich Bergermann & Partner, Stuttgart, Deutschland
Halle 3 · Stand 201
,Internationales Ausstellungscenter Crocus Expo / Moskau